Buchstabenlautbilder: eine Familiengeschichte

Buchstabenlautbilder: eine Familiengeschichte

Wie alles begann – die Geschichte hinter den Buchstabenlautbildern

Am 3. Mai 2026 hielt ich zum ersten Mal ein fertiges Buchstabenlautbilder-ABC in den Händen. Was an diesem Tag im Briefkasten lag, war das Ergebnis eines Weges, dessen erste Spuren mehr als elf Jahre zurückreichten.


Rückblickend lässt sich der Weg erstaunlich klar nachzeichnen.

Heiligabend 2014

An Heiligabend 2014 packten unsere Kinder Jannik und Franziska ihre Geschenke aus. Die Päckchen waren in Buchstabenpapier eingewickelt – ein Geschenkpapier mit Buchstaben und passenden Anlautbildern.

Jannik war damals dreieinhalb Jahre alt und begann sich gerade für Buchstaben zu interessieren. Gleichzeitig warteten wir gespannt auf die Geburt seiner zweiten kleinen Schwester, die wenige Wochen später zur Welt kommen sollte.

Aus einer spontanen Idee heraus schnitt ich einige Buchstaben aus dem Geschenkpapier aus. Damit konnten wir erste Wörter legen und ausprobieren. Besonders spannend wurde es, als wir begannen, mögliche Namen für das Baby zusammenzusetzen.

Die dazugehörigen Videos zeigen einen kleinen Moment aus dieser Zeit. Rückblickend erkenne ich darin bereits einen Gedanken wieder, der später wichtig werden sollte: Schrift wird für Kinder zugänglich, wenn sie Buchstaben selbst in die Hand nehmen, ausprobieren und zu eigenen Wörtern zusammensetzen können.

Natürlich dachte damals noch niemand an Buchstabenlautbilder oder Lernmaterialien.

Eine Idee wächst mit den Kindern

In den folgenden Jahren kamen nacheinander auch Franziska und Florina in das Buchstabenalter. Die ausgeschnittenen Buchstaben wurden erneut hervorgeholt, benutzt und geschätzt. 

Als unser jüngster Sohn Felix begann, sich für Buchstaben und das Lesenlernen zu interessieren, war das Geschenkpapier-Buchstabenset inzwischen zu stark ausgedünnt. 

Natürlich hätte ich einfach wieder ein ähnliches Set zusammenstellen können.

Aber wenn ich schon etwas Neues machte, wollte ich es diesmal so machen, wie ich es mir eigentlich schon länger vorgestellt hatte: Bild und Buchstabenform sollten nicht mehr nebeneinanderstehen, sondern eins werden.

Dabei erinnerte ich mich auch an Erfahrungen aus meiner eigenen Kindheit mit Lautbildern und der Wölfligeheimschrift. So begann ich, für die wichtigen Grapheme der deutschen Sprache Bilder zu entwickeln, in denen Buchstabenform und Lauterinnerung eins werden.

Die ersten Buchstabenlautbilder wurden gezeichnet, ausprobiert und schrittweise weiterentwickelt. 

Erste Tests

Die ersten Versuche mit Felix waren vielversprechend.

Zunächst wollte ich vor allem herausfinden, ob er mit den Buchstabenlautbildern tatsächlich lesen konnte. Ich legte ihm einfache Wörter vor – und das funktionierte praktisch auf Anhieb. Über die Bilder fand er zu den Lauten und konnte sie zu Wörtern zusammensetzen.

Gleichzeitig geschah etwas, das ich so gar nicht geplant hatte: Felix begann, die Buchstabenformen zu kopieren und selbstständig erste Wörter zu schreiben.

Damit zeigte sich bei den ersten Versuchen bereits beides, was mich an den Buchstabenlautbildern interessierte: Die Bilder ermöglichten den unmittelbaren Zugang zu den Lauten, während die Buchstabenformen gleichzeitig mitwahrgenommen und zunehmend selbst genutzt wurden.

Diese frühen Beobachtungen machten deutlich, dass in der Idee Potenzial steckte. Deshalb entwickelte ich die Buchstabenlautbilder systematisch weiter.

Vom Familienprojekt zum GoalPass-Projekt

Was ursprünglich als kleine Idee innerhalb der Familie begonnen hatte, entwickelte sich Schritt für Schritt weiter.

Weitere Buchstabenlautbilder kamen hinzu. Erste Poster entstanden, später verschiedene Sprachversionen. Parallel entwickelte sich aus den Buchstabenlautbildern mit Lernstufen und weiteren Begleitmaterialien das MEMOBU-Lernsystem.

Am 3. Mai 2026 lag schliesslich das erste gedruckte Buchstabenlautbilder-ABC im Briefkasten.

Für Aussenstehende mag das wie ein einzelnes Produkt wirken. Für mich markierte es jedoch einen Meilenstein auf einem Weg, der elf Jahre zuvor mit einem Stück Geschenkpapier unter dem Weihnachtsbaum begonnen hatte.