Wie aus einer einfachen Idee fünf aufeinander aufbauende Lernstufen wurden.
Wer Kindern Lesen und Schreiben beibringt, steht früh vor einer grundlegenden Frage:
In welcher Reihenfolge sollen Buchstaben und Laute eingeführt werden?
Auch MEMOBU arbeitet mit einer klaren Progression. Die 72 Buchstabenlautbildkarten werden nicht gleichzeitig eingesetzt, sondern Schritt für Schritt in fünf Lernstufen eingeführt.
Diese Reihenfolge entstand nicht am Reissbrett. Sie entwickelte sich während der Arbeit am Lernsystem und wurde im Laufe der Zeit immer wieder hinterfragt, angepasst und weiterentwickelt.
Warum überhaupt eine Progression?
Dass Buchstaben schrittweise eingeführt werden, ist nichts Besonderes. Nahezu alle Lese- und Schreiblehrmittel arbeiten mit einer Progression.
Auch MEMOBU verfolgt diesen Ansatz. Die Progression erfüllt dabei mehrere Aufgaben.
Erstens sollen Kinder nicht gleichzeitig mit zu vielen neuen Lauten und Buchstabenformen konfrontiert werden. Eine begrenzte Anzahl neuer Grapheme erleichtert das Wahrnehmen, Einprägen und Anwenden.
Zweitens wächst mit jeder Lernstufe auch die Anzahl der Buchstabenlautbildkarten. Die Kartensammlung bleibt dadurch zunächst überschaubar, und die Kinder finden die benötigten Karten leichter wieder.
Die Herausforderung einer Progression
Eine Progression hat jedoch auch eine unmittelbare Folge:
Mit einem begrenzten Buchstabenvorrat lassen sich noch nicht beliebige Wörter schreiben.
Deshalb wurde bei der Entwicklung der MEMOBU-Progression von Anfang an auch der entstehende Wortschatz berücksichtigt. Ziel war es, dass Kinder mit jeder Lernstufe möglichst viele neue, lautgetreue Wörter lesen und schreiben können.
Dazu wurden Wortschatzlisten erstellt und laufend erweitert. Im Mittelpunkt stand die Frage:
Welche neuen Wörter werden mit jedem zusätzlichen Buchstaben schreibbar?
Im Laufe der Entwicklung wurden diese Listen – auch durch den fachlichen Austausch – zunehmend überarbeitet. Besonderes Gewicht erhielten lautgetreue Wörter ohne frühe Rechtschreibschwierigkeiten. So können Kinder ihre Aufmerksamkeit ganz auf die Verbindung von Laut und Buchstabe richten, ohne sich durch das lautgetreue Schreiben falsche Schreibweisen anzugewöhnen.
Für die MEMOBU-Schreibideenbilder mussten die Wörter zudem zum Kinderwortschatz gehören und sich bildlich darstellen lassen.
Weitere Überlegungen
Natürlich spielten auch weitere Überlegungen eine Rolle.
So wurden möglichst gut wahrnehmbare Laute bevorzugt und darauf geachtet, besonders leicht verwechselbare Buchstaben nicht gleichzeitig einzuführen.
Gleichzeitig sollte sich MEMOBU nicht unnötig weit von den Progressionen anderer Lehrmittel entfernen. Viele heute gebräuchliche Buchstabenreihenfolgen beruhen auf langjähriger Unterrichtserfahrung und haben sich grundsätzlich bewährt.
Die heutige MEMOBU-Progression ist das vorläufige Ergebnis all dieser Erwägungen:
Die heutigen MEMOBU-Lernstufen
| Lernstufe | Buchstaben |
|---|---|
| 1 | A · E · I · O · H · L · M · N · R · S · T · P |
| 2 | U · D · F · K · W · B · AU · EI |
| 3 | G · CH · SCH · SP · ST · Z · J |
| 4 | PF · NG · NK · Ö · Ü · X |
| 5 | QU · Ä · EU · C · V · Y |
Die Entwicklung der MEMOBU-Progression ist damit nicht abgeschlossen. Neue Erfahrungen aus der Praxis sowie der fachliche Austausch führen immer wieder zu neuen Fragen und Überlegungen. Auch künftig wird die Progression dort weiterentwickelt, wo sich sinnvolle Verbesserungen zeigen.