Lautbewusst Schreiben mit MEMOBU
Laute bewusst wahrnehmen
Um lesen und schreiben zu lernen, müssen Kinder Laute bewusst wahrnehmen und mit den passenden Buchstabenformen verbinden. Buchstabenlautbilder können diese Verbindung unterstützen, indem Bild und Buchstabenform eine Einheit bilden.
Dabei müssen Kinder die Verbindung in beide Richtungen nutzen können: Beim Lesen erinnert die Buchstabenform an den Laut, beim Schreiben der Laut an die Buchstabenform.
Kinder können Laute auf unterschiedliche Weise bewusst wahrnehmen: über das Hören, über das Beobachten von Mundbewegungen oder – wie wir es bei MEMOBU vorschlagen – über das bewusste Spüren ihrer Artikulation im Mund. Diese Zugänge schliessen sich nicht aus, sondern ergänzen sich gegenseitig.
Lernen durch Handeln
Die MEMOBU-Buchstabenlautbildkarten eignen sich besonders gut für diese Lautarbeit.
Jedes Buchstabenlautbild liegt als einzelne Karte vor und kann in die Hand genommen, gesucht, verglichen, sortiert und zu Wörtern zusammengesetzt werden. Dadurch beschäftigen sich die Kinder aktiv mit jedem einzelnen Laut und seiner Buchstabenform. Das physische Arbeiten mit den Karten gibt diesem Prozess Zeit: Karte für Karte, Laut für Laut wird gesucht, ausgewählt und an seinen Platz gelegt. So richtet sich die Aufmerksamkeit immer wieder auf die einzelne Laut-Buchstaben-Verbindung.
Sortieren nach Lautentstehungsort
Für MEMOBU schlagen wir vor, die Buchstabenlautbilder nach ihrem Lautentstehungsort im Mund zu sortieren.
Dabei achten die Kinder darauf, wo und wie sie einen Laut hauptsächlich spüren. Die meisten Laute können sie in der praktischen Arbeit erstaunlich zuverlässig einem dieser vier Bereiche zuordnen:
- Hals
- Gaumen
- Zunge/Zähne
- Lippen
Einige Laute und Lautverbindungen wie SCH, SP oder X lassen sich nicht ebenso eindeutig einem einzelnen Bereich zuordnen. Für die praktische Arbeit ordnen wir sie den Zungenlauten zu. Diese Vereinfachung dient nicht der sprachwissenschaftlichen Genauigkeit, sondern einer übersichtlichen und für Kinder gut nutzbaren Ordnung.
Als Werkzeug für diese Sortierarbeit dienen die Lautsortierkreise. Für jede Lernstufe steht ein kostenloser Lautsortierkreis zum Ausdrucken zur Verfügung. Jede Buchstabenlautbildkarte erhält darauf ihren Platz rund um das Symbol ihres Lautentstehungsortes.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dass jedes Kind dieselbe Wahrnehmung haben muss. Im Gegenteil: Wenn Kinder ihre Beobachtungen vergleichen, Unterschiede beschreiben und ihre Überlegungen begründen, setzen sie sich besonders intensiv mit den Lauten auseinander.
Der «Kompass im Mund»
Die Ordnung nach Lautentstehungsort erfüllt noch einen zweiten Zweck.
Beim Schreiben hilft sie den Kindern, gesuchte Buchstaben selbstständig wiederzufinden.
Das Kind spricht ein Wort deutlich aus, hört den nächsten Laut und achtet darauf, wo und wie es ihn im Mund wahrnimmt. Anschliessend sucht es auf dem Lautsortierkreis die passende Lautgruppe und findet dort die entsprechende Buchstabenlautbildkarte.
Die Lautentstehungsorte werden dadurch zu einer Orientierungshilfe – wie zu einem Kompass im Mund.
So erhält auch die vorherige Sortierarbeit ihren Sinn: Sie hilft den Kindern, Buchstaben schnell und selbstständig wiederzufinden.
Schreibideenbilder bieten dazu passende Schreibanlässe: Die Kinder entdecken Wörter, die sie mit den Buchstaben ihrer jeweiligen Lernstufe selbstständig schreiben können. Schreibideenbilder für alle Lernstufen sind übrigens ebenfalls im kostenlosen Begleitmaterial enthalten.
Weitere Lautsortierkreis-Serien
Ergänzend bietet GoalPass weitere Lautsortierkreis-Serien an, beispielsweise mit Kleinbuchstaben, Buchstabenlautbild-Pendants oder alternativen Lautbildern. Sie ermöglichen zusätzliche Übungen zur Laut- und Buchstabenbewusstheit.